Donnerstag, 24.11.2022
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Gaspreise in Deutschland - Gaspreis 2018

Der durchschnittliche Gaspreis für Privathaushalte in Deutschland liegt bei 6,15 Cent pro Kilowattstunde und ist in diesem Jahrzehnt relativ konstant geblieben. Laut Aufschlüsselung der Bundesnetzagentur machen die Beschaffungskosten knapp 50 Prozent des Gaspreises aus, Steuern und Netzentgelte bestimmen jeweils ein knappes Viertel.

Entwicklung der Gaspreise von 2011 bis 2018

Jahr Gaspreis in Cent pro kWh
2017 6,15
2016 6,54
2015 6,68
2014 6,77
2013 6,69
2012 6,58
2011 6,11

Gaspreise mit dem Gasrechner vergleichen

Mit unserem mehrfach ausgezeichneten Gasrechner können Sie schnell und einfach die Gaspreise der an Ihrem Wohnort verfügbaren Anbieter vergleichen. Geben Sie dazu Ihren jährlichen Gasverbrauch und Ihre Postleitzahl ein, und nach einem Klick listet der Rechner sämtliche Gaspreise der relevanten Tarife auf. So sehen Sie auf einen Blick, welcher Versorger die günstigsten Preise bietet und wie viel Geld Sie durch einen Wechsel sparen können. Durch einen Klick auf den Gasanbieter Ihrer Wahl erhalten Sie detaillierte Informationen zu dessen Tarifen und Konditionen und können den Anbieterwechsel direkt online beauftragen.

Große regionale Preisunterschiede

Die Gaspreise in Deutschland sind regional sehr unterschiedlich. Der Preis hängt so insbesondere vom Wohnort der Verbraucher, dem Gasanbieter selber und natürlich der gewählten Tarifart ab.

Durch die Liberalisierung der Energiemärkte im Jahr 1998 und die endgültige Öffnung des Gasmarktes 2006 können Verbraucher ihren Gasanbieter frei wählen und haben damit einen deutlich größeren Einfluss auf den Wettbewerb und die Preisbildung als in früheren Zeiten. Das allgemeine Gaspreisniveau in Deutschland hat sich seither schwankend entwickelt. Auf Jahre des kontinuierlichen Anstiegs nach der Jahrtausendwende folgten zwischenzeitliche Preiseinbrüche sowie mittelfristig stabile Phasen. Heute zahlen Privathaushalte für ihre individuelle Wärmeversorgung je nach Region, Anbieter und Tarifart zum Teil sehr unterschiedliche Gaspreise. Auch weil viele Verorger die seit Jahren tendenziell sinkenden Beschaffungskosten auf den internationalen Gasmärkten nicht vollumfänglich an ihre Kunden weitergeben. So ist der Preisunterschied zwischen den teuersten Gastarifen der Grundversorgung und günstigen Alternativangeboten immer stärker angewachsen. Da sich ein großer Teil der deutschen Gaskunden noch immer in der Grundversorgung befindet, birgt der Wechsel zu einem günstigen Gasanbieter für Millionen von Haushalten in Deutschland ein enormes Sparpotenzial.

Gaspreisentwicklung

Im Unterschied zum deutschen Strommarkt haben sich die Liberalisierungseffekte auf dem Gasmarkt deutlich später und schleppender eingestellt. Noch Jahre nach der formalen Öffnung hemmten langfristige Lieferverträge und konkurrenzarme Strukturen den Wettbewerb und damit die Preisdynamik. Auch die nach der Jahrtausendwende noch geltende Ölpreisbindung sorgte dafür, dass sich der Gaspreis für Haushaltskunden in Deutschland im Laufe der 2000er Jahre nahezu verdoppelte. Durch globale Überkapazitäten, zunehmenden Wettbewerb und die Entkopplung vom Ölpreis trat in den 2010er Jahren ein gegenläufiger Trend ein. Die Gaspreise blieben weitgehend stabil mit einer sinkenden Tendenz in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts.

In ihrem Monitoringbericht 2017 konstatiert die Bundesnetzagentur einen seit einigen Jahren »relativ stabilen« Gaspreis für Privatverbraucher. Im Unterschied zum Strompreis, bei dem Deutschland europaweit seit Jahren mit an der Spitze der Kostenbelastung liegt, ordnen sich die deutschen Gaspreise im europäischen Mittelfeld ein. Trotzdem: Tarifvergleich und Anbieterwechsel sind für viele Gaskunden in Deutschland attraktiv. Insbesondere Haushalte, die noch im Rahmen der teuren Grundversorgung mit Gas beliefert werden, können auf diese Weise mehrere hundert Euro im Jahr sparen.

Ölpreisbindung

Die sogenannte Ölpreisbindung beschreibt eine brancheninterne Vereinbarung zwischen internationalen Gasproduzenten, -importeuren und -versorgern, die in den 1960er Jahren eingeführt wurde. Da die Gasförderung unter Beteiligung großer Ölfirmen aufgenommen wurde und die Rentabilität der Vorhaben zum damaligen Zeitpunkt noch unklar war, diente die Anlehnung der Preisentwicklung für Erdgas an die des Erdöls als Sicherheitsinstrument für die Branche. Die Anpassung des Gaspreises erfolgte in der Regel mit sechsmonatiger Verzögerung. Im Jahr 2010 wurde die Ölpreisbindung in Deutschland durch Urteile des Bundesgerichtshofes und des Bundesverfassungsgerichtes aufgehoben. Die automatische Kopplung beider Preise, losgelöst von den spezifischen Entwicklungen der Märkte, stelle eine unangemessene Benachteiligung der Kunden dar, so die Urteilsbegründung. Nichtsdestotrotz lässt sich auch heute noch eine spürbare Verflechtung von Öl- und Gaspreis beobachten – nicht zuletzt, weil die Branchen beider Energieträger eng verzahnt sind.

Zusammensetzung der Gaspreise in Deutschland

Der Gaspreis für Haushaltskunden in Deutschland beinhaltet folgende Posten:

Kostenart Anteil in Prozent
Beschaffungskosten
Import/Erzeugung, Vertrieb, Gewinnmarge
49,1
Steuern
Erdgassteuer, Mehrwertsteuer
24,9
Netzentgelte 23,4
Messstellenbetrieb 1,2
Konzessionsabgabe 1,4

(Quelle: Bundesnetzagentur, Stand 2018)


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