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Flüssiggas - Anwendungen, Vorteile und allgemeine Informationen

Gas

Flüssiggas ist nur wenigen Verbrauchern ein Begriff. Dabei laufen in Deutschland rund 400.000 Automotoren, 600.000 Heizungsanlagen und viele Camping-Grills auf dieser Gasform. Flüssiggas gehört daher wie Erdgas zu den viel genutzten Energiequellen in Deutschland. Wir erklären, was genau Flüssiggas ist, welche Vorteile dies mitbringt und wie Verbraucher in ihrem Haushalt davon profitieren können.

Vorteile von Flüssiggas auf einen Blick

Entscheiden sich Verbraucher für das Heizen oder Kochen mit Flüssiggas, warten auf sie diese Vorteile:

  • umweltschonender als Öl
  • keine neue Heizungsanlage nötig
  • kein Anschluss an Fernwärme nötig
  • Kombination mit Wärmepumpen und Solaranlagen möglich
  • keine hohen Anschaffungskosten dank Mietmöglichkeit
  • eventuell Sparmöglichkeiten

Was ist Flüssiggas?

Flüssiggas ist ein Nebenprodukt der Rohölförderung, das je nach Druck entweder

  • flüssig oder
  • gasförmig

auftritt. Die beiden Hauptbestandteile sind Propan und Butan. Dabei gilt: Bei einem geringen Druck von bis zu 8 Bar und Raumtemperatur ist das Gas flüssig. Der Vorteil dabei ist, dass das Gas so 260-mal weniger Volumen hat, als wenn das Flüssiggas gasförmig ist. 4 Liter Flüssiggas entsprechen damit gut 1000 Liter brennbarem Gas. Für die Praxis heißt das: Flüssiggas lässt sich einfach lagern und transportieren.

Im Gegensatz zu anderen fossilen Brennstoffen hat das Gas zudem eine hohe Energieeffizienz, die fast bei 100 Prozent liegt. Damit ist Flüssiggas ein umweltschonender Brennstoff, der selbst in Wasserschutzgebieten verwendet werden darf.

Wie wird Flüssiggas hergestellt?

Flüssiggas wird im Rahmen der Erdölförderung gewonnen. Um das dabei gewonnene Produkt weiterzuverarbeiten, werden diesem Kohlenwasserstoffe beigesetzt. Auf diese Weise wird das Öl veredelt und in mehreren Schritten zu Flüssiggas verarbeitet.

Die Herstellung ist umweltschonender als bei anderen fossilen Brennstoffen. Flüssiggas besitzt einen geringeren Kohlenstoffanteil als Heizöl, so dass bei der Herstellung rund 15 Prozent weniger CO2 freigesetzt wird. Und: Die Herstellung erzeugt bei der Verbrennung nur wenig Asche und Ruß. Die Feinstaubbelastung ist daher niedrig.

Große Fördergebiete für Flüssiggas liegen in Russland und der Nordsee. Um das dort gewonnene Gas an Lagerplätze zu befördern, wird es in flüssiger Form auf Schiffen und Schienenkesselwagen transportiert. Von den Lagerplätzen aus gelangt es per Tankwagen zum Verbraucher. Damit erfolgt der Transport von Flüssiggas auf anderem Wege als Erdgas. Denn: Dies gelangt über Pipelines zu seinem Bestimmungsort.

Wo kommt Flüssiggas zum Einsatz?

Unternehmen und Verbraucher nutzen Flüssiggas unter anderem

  • in der Gastronomie,
  • im Verkehr,
  • in der Landwirtschaft,
  • in der Wärmeerzeugung und
  • bei Freizeitaktivitäten.

Besonders oft kommt es so zum Einsatz:

Flüssiggas als Treibstoff

Autogas ist der meist eingesetzte alternative Kraftstoff der Welt. Das hat der Deutsche Verband für Flüssiggas herausgefunden. Der Vorteil: Autos, die auf Gas laufen, erzeugen beim Auftanken keine schädlichen Dämpfe. Und: Autogas ist deutlich günstiger als Benzin. Der Preis liegt in der Regel um die 70 Cent pro Liter. Verbraucher finden deutschlandweit rund 6.500 Tankstellen, an denen sie Autogas erhalten. Dafür müssen sie kein Auto mit einem speziellen Motor für Gas besitzen. Stattdessen kann jeder Verbraucher seinen gewöhnlichen Ottomotor für Gas umrüsten lassen.

Flüssiggas zum Kochen und Grillen

Flüssiggas eignet sich zum Kochen und Grillen. Dabei nutzen Verbraucher Flüssiggas vor allem im Camping- und Gartenbereich. Dafür schließen sie den Schlauch der Gasflasche an das Kochfeld oder den Grill an und können diesen dann für das Erhitzen von Speisen verwenden.

Flüssiggas als Heizgas

Im Haushalt ist Flüssiggas eine Alternative zu Erdöl und Erdgas. Verbraucher können darüber ihre Räumlichkeiten heizen. Je nach Abnahmemenge und Tank können sie dabei Geld sparen. Denn: Wie hoch die Kosten für ihre Heizung liegen, ist vor allem vom Heizwert der verwendeten Energiequelle abhängig. Der Heizwert von Propan – und damit von Flüssiggas – liegt bei 12,87 Kilowattstunden (kWh) pro Kilo. Erdgas kommt nur auf einen Wert von 11,39 kWh je Kilo. Der Brennwert von Flüssiggas liegt sogar mehr als doppelt so hoch. Damit ist Flüssiggas günstiger.

Wie kann ich Flüssiggas zum Heizen verwenden?

Verfügen Verbraucher über eine Erdgasheizung, können sie diese über einige wenige Einstellungen an der Heizungsanlage auf ein Heizen mit Flüssiggas umstellen. Benötigen sie eine neue Heizung, können sie direkt auf eine Heizungsanlage für Flüssiggas setzen. Das spart nicht nur bei den Heizkosten. Verbraucher können die Anlage auch an eine Wärmepumpe oder an einer Solaranlage anschließen – und so Synergien schaffen.

Eine Heizung für Flüssiggas ist in der Regel so kompakt, dass Verbraucher diese in einem kleinen Kellerraum unterstellen können. Selbst in der Wohnung reicht eine kleine Ecke aus, um das Gerät zu platzieren. Damit lohnt sich eine Heizung für Flüssiggas vor allem für Verbraucher, die nicht an das öffentliche Fernwärmenetz angeschlossen sind. Und: Sie können eine Heizung für Flüssiggas selbst in Wasserschutzgebieten nutzen, da das Gas keine wassergefährdende Wirkung besitzt.

Diese Heiztechniken kommen für Verbraucher infrage:

Flüssiggas-Heizung

Eine Flüssiggas-Heizung bezieht ihre Energie aus einem separat gelagerten Tank. Sie funktioniert jedoch wie eine gewöhnliche Gasheizung mit Erdgas oder Biogas. Kombinieren Verbraucher die Anlage mit einer Wärmepumpe oder einer Solaranlage, können sie weitere Kosten einsparen.

Blockheizkraftwerk mit Flüssiggas

Über ein Blockheizkraftwerk können Verbraucher heizen und Strom erzeugen. Das Gerät besteht aus einem Diesel- oder Ottomotor, der über eine Welle einen Generator antreibt. Der Betrieb des Motors erzeugt Abwärme. Verbraucher können diese zum Heizen nutzen. Das Blockheizkraftwerk ist wartungsarm und arbeitet effizienter als eine Ölheizung. Das Heizkraftwerk lohnt sich jedoch nur für Verbraucher, die dies zwischen 5.500 und 8.760 Stunden im Jahr nutzen.

Brennwertkessel

Ein Brennwertkessel erzeugt über die Kondensation von Wasserdampf Wärme. Dafür wird im Kessel befindliches Wasser über das Flüssiggas erhitzt. Sowohl den Wasserdampf als auch die Wärme können Verbraucher verwenden, um ihre Wohnung zu heizen. Haben sie bereits einen Brennwertkessel in ihrem Haushalt, der mit Öl oder Erdgas arbeitet, können sie diesen für Flüssiggas umrüsten lassen.

Wie kann ich Flüssiggas lagern?

Um ihre Küche oder Heizung mit Flüssiggas zu versorgen, müssen Verbraucher Platz für einen Tank machen, der das Gas lagert. Dabei stehen ihnen diese Tankarten zur Verfügung:

Flüssiggas im Erdtank

Verbraucher können ihr Flüssiggas in einem Erdtank lagern. Dafür müssen sie eine Baugrube ausheben und den Tank einlassen. Die Grube wird dann mit Sand aufgefüllt, so dass nur noch die Armaturen des Tanks sichtbar sind. Ein Erdtank für Flüssiggas ist platzsparend, kostet jedoch mehr als ein Tank, der im Garten oder Innenhof des Hauses steht.

Flüssiggas im oberirdischen Tank

Einen oberirdischen Tank platzieren Verbraucher auf einem frei wählbaren Stellplatz, wie zum Beispiel im Garten. Das ist preisgünstig, jedoch unter Umständen optisch weniger attraktiv. Und: Rund um den Tank muss ein Sicherheitsabstand von 3 Metern bestehen.

Neben den Tankarten gibt es auch Unterschiede bei der Qualität und damit bei der Lebensdauer der Tanks. Verbraucher sollten sich dabei nicht für die günstigste Variante entscheiden. Markenanbieter sind hier die beste, jedoch in der Regel auch die teuerste Wahl.

Wie viel Flüssiggas brauche ich?

Wie viel Flüssiggas Verbraucher benötigen, ist von der Größe der Wohnung bzw. des Hauses abhängig. Grundsätzlich gilt dabei:

Eine Wohnfläche mit bis zu 125 qm und 3 Personen benötigen einen Tank mit einem Fassungsvermögen von 2.700 Litern.

Eine Wohnfläche mit bis zu 250 qm und 5 Personen benötigen einen Tank mit einem Fassungsvermögen von 4850 Litern.

Neben dem tatsächlichen Bedarf an Flüssiggas entscheiden auch die Platzverhältnisse, wie groß der Tank oder Erdtank sein darf. Ist lediglich Platz für einen kleineren Tank vorhanden, ist das kein Problem. Denn: Verbraucher müssen den Tank dann lediglich öfter auffüllen lassen.

Wie kann ich die Tanks auffüllen?

Ist das Flüssiggas im Tank aufgebraucht, müssen sich Verbraucher selbst um eine Nachfüllung kümmern. Sie können das Gas per Tankwagen nachliefern lassen. Diese haben in der Regel Schläuche von bis zu 30 Metern Länge. Das heißt: Der Wagen muss so nah an den Tank heranfahren können, dass der Schlauch den Tank oder Erdtank erreicht.

Ist Flüssiggas sicher?

Verbraucher, die sich einen Flüssiggastank bestellen, können diesen ausschließlich von einem Fachbetrieb installieren lassen. Das garantiert eine fachgerechte Installation und Aufstellung bzw. Einlassung in die Baugrube.

Moderne Flüssiggastanks besitzen zudem eine Überfüllsicherung. Denn: Die Tanks dürfen maximal zu 85 Prozent befüllt werden. Die Sicherung stoppt dabei den Zulauf des Gases, sobald diese Grenze erreicht ist.

Schutzventile verhindern zudem, dass sich im Inneren des Flüssiggastanks ein zu hoher Druck bilden kann. Das heißt für die Praxis: Verbraucher müssen lediglich dafür sorgen, dass sie die vorgeschriebenen Wartungszeiträume einhalten. Kaufen sie einen Tank für ihr Flüssiggas, müssen sie sich selbst um die Wartung kümmern. Mieten sie einen Tank, ist die Wartung in der Regel miteingeschlossen. Der Anbieter des Tanks kommt dann automatisch in regelmäßigen Abständen vorbei, um den Tank zu warten.

Tritt trotz dieser Sicherheitsmaßnahmen doch einmal Gas aus, verhindert ein Überdruckventil, dass zu viel Gas aus dem Tank entweicht. Und: Verbraucher riechen sofort, wenn Gas ungewollt ausströmt. Flüssiggas riecht streng nach faulen Eiern.

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