Der persönliche Gasverbrauch
Hierzulande wird Gas in erster Linie als Heizenergie genutzt. Mehr als die Hälfte aller deutschen Privathaushalte werden mit Erdgas beheizt. Deshalb ist beim persönlichen Gasverbrauch - beispielsweise im Unterschied zum Strombedarf - nicht etwa entscheidend, wie viele Personen in einem jeweiligen Haushalt leben und verbrauchen, sondern welche Fläche bzw. welches Volumen beheizt wird. Das heißt: Bei der Berechnung Ihres erwartbaren Gasverbrauchs sind Ihre individuellen Wohnverhältnisse ausschlaggebend. Natürlich wird Gas darüber hinaus auch für weitere Zwecke genutzt - etwa zur Warmwasserbereitung oder auch für den Betrieb von Herden und Backöfen. Dies sind ganzjährige Verbrauchsarten, die einen nicht zu unterschätzenden Teil der Gaskosten ausmachen können, der Hauptaspekt liegt jedoch deutlich bei den saisonal anfallenden Heizkosten. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass viele Gasversorger regelmäßig zu Beginn der Heizperioden ihre Preise erhöhen.
Neben der reinen Größe einer Wohnung bzw. eines Hauses bestimmen noch andere Faktoren den Gasverbrauch. Beispielsweise das Alter einer Immobilie und deren Sanierungsgrad. Die Heizkosten in einem Altbau ohne nachgebesserte Wärmedämmung können leicht doppelt so hoch ausfallen wie in einer neuen oder modernisierten Wohneinheit. Auch sind Mieter im Vergleich zu Bewohnern von Einfamilienhäusern leicht im Vorteil, da erstere zum Teil durch die Wärme der Nachbarwohnungen ungewollt aber effektiv fremdbeheizt werden. Zu guter Letzt ist natürlich auch die Technik ausschlaggebend. Gegenüber älteren Kesseltypen kann ein moderner Brennwertkessel zum wahren Effizienzwunder werden und den Gasverbrauch um bis zu 40 Prozent senken.
Wie berechne ich meinen Gasverbrauch?
Die einfachste Möglichkeit Ihren persönlichen Gasverbrauch zu ermitteln, ist ein Blick in Ihre letzte Gasrechnung. Besser noch: Ihre letzten Rechnungen. Denn ein Durchschnittswert aus dem Gasverbrauch mehrerer Jahre ist allemal verlässlicher - immerhin könnte ein einzelner, besonders kalter oder besonders milder Winter die Perspektive deutlich verzerren und wäre dann kein repräsentativer Wert für Ihren durchschnittlichen Verbrauch. Sollten Sie Ihre Rechnungen gerade nicht zur Hand haben oder in eine Immobilie einziehen, zu der Sie keine Erfahrungswerte haben, kann Ihnen die folgende Auflistung eine Hilfe sein. Diese Richtwerte dienen allerdings nur zur groben Orientierung - sie erheben keinen Anspruch auf Genauigkeit. Falls Sie Gas auch zur Warmwasserbereitung und/oder zum Kochen nutzen, sollten Sie ruhig großzügig mit den folgenden Verbrauchswerten umgehen.
| Wohnung mit 50 m2 | 5.000 kWh |
| Wohnung mit 100 m2 | 12.000 kWh |
| Reihenhaus | 20.000 kWh |
| Einfamilienhaus | 35.000 kWh |
Ihr persönlicher Gasverbrauch ist die zentrale Größe beim Tarifvergleich. Denn viele Versorger unterteilen Ihre Tarifstufen nach festgelegten Schwellenwerten, also nach bestimmten Von-Bis-Verbrauchsgrenzen. Um also genau den Tarif zu ermitteln, der für Ihren individuellen Gasbedarf die größten Preisvorteile bietet, sollten Sie Ihren Verbrauch möglichst bedacht einschätzen. Haben Sie einen Wert bestimmt, so hilft Ihnen unser Gas-Tarifrechner bei der Suche nach den günstigsten Anbietern und Tarifen.
Gas sparen
Ein Gasanbieterwechsel kann eine jährliche Ersparnis von bis zu 500 Euro bringen. Aber nicht nur der Tarifvergleich beeinflusst Ihre Gasrechnung, sondern auch Ihr persönliches Nutzungsverhalten. Gas ist eine teure und nicht zuletzt endliche Ressource, deshalb ist ein maßvoller Umgang damit gleich doppelt sinnvoll - für die Umwelt und den Geldbeutel. Wie Sie mit kleinen Veränderungen im Alltag oder auch durch gezielte Modernisierungsmaßnahmen Ihren individuellen Gasverbrauch deutlich senken können, verraten Ihnen unsere Gasspartipps sowie unser umfassender Energiespar-Ratgeber.



